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«Vereine tragen eine grosse Verantwortung»

Sexuelle Ausbeutung kann überall vorkommen – auch im Umfeld von Sportvereinen. Swiss Olympic hat in Zusammenarbeit mit regionalen Fachstellen acht Massnahmen ausgearbeitet, die Vereine bei der Prävention von sexuellen Übergriffen unterstützen.

Sexuelle Übergriffe sind kein Tabuthema mehr. Auch durch die breite mediale Berichterstattung hat das Thema in der Öffentlichkeit an Bedeutung gewonnen. Gerade für Sportvereine und -verbände ist heute mehr denn je klar, dass sie eine zentrale Rolle in der Präventionsarbeit im Bereich sexueller Ausbeutung spielen. «Vereine tragen eine grosse Verantwortung», sagt auch Adrian von Allmen, Leiter des Programms «Keine sexuellen Übergriffe im Sport» von Swiss Olympic. «Ihr Aufgabengebiet liegt zwischen den gesetzlichen Bestimmungen und unseren alltäglichen Verhaltens- oder Anstandsregeln», so von Allmen. Wie auch Schulen oder Arbeitgeber, hat ein Verein oder ein Verband die Verpflichtung dafür zu sorgen, dass seine Mitglieder vor sexuellen Übergriffen geschützt werden.

Acht aufeinander abgestimmte Massnahmen
Gute Vorarbeit sei bei der Prävention bereits geleistet worden, sagt von Allmen. Viele Verbände haben bereits Konzepte entwickelt und sind daran, diese gemeinsam mit den Vereinen umzusetzen. «Das sind gute Grundlagen», so von Allmen, «viele, gerade ehrenamtlich geführte Vereine und Verbände sind aber unsicher, wie sich Prävention richtig in den Vereinsalltag integrieren lässt.» Genau da setzen die acht Massnahmen, welche Swiss Olympic zusammen mit Präventionsexperten regionaler Fachstellen ausgearbeitet hat, an: Die Massnahmen sind so gewählt, dass sie die Vereinsverantwortlichen im Kluballtag nicht übermässig belasten. Gleichzeitig wurde Wert darauf gelegt, dass alle acht Punkte aufeinander abgestimmt sind.

Ethik-Charta als Grundlage
Die acht Massnahmen zur Verankerung der Prävention im Verein beinhalten umfassende und klar strukturierte Hinweise, wie sexuelle Übergriffe im sportlichen Umfeld erfolgreich verhindert werden können. Die Basis dafür bildet die Verankerung der Ethik-Charta in den Vereinsstatuten. Damit bezieht ein Verein deutlich Position für einen Sport mit hohen Werten und ethischen Grundsätzen. Jede Sportart, jeder Verband und Verein ist dann gefordert, Richtlinien und Verhaltensregeln festzulegen. «Gewisse dieser Verhaltensregeln sind universell gültig, einige müssen aber gezielt an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden. Denn Orientierungsläufer trainieren beispielsweise unter ganz anderen Bedingungen als Volleyballerinnen», so von Allmen. Weitere Punkte im Massnahmenkatalog sind die Information der Trainerinnen und Trainer sowie der Vereinsmitglieder, aber auch ein seriöses Controlling in dessen Rahmen überprüft wird, ob die Massnahmen von den Vereinen auch tatsächlich umgesetzt werden. Die Verantwortung für die Umsetzung trägt die Vereinsleitung. «Prävention von sexuellen Übergriffen muss immer Chefsache sein», sagt von Allmen dazu.

Radiosendungen, die stark machen
Um Jugendliche aber auch deren Eltern und Grosseltern für die Thematik zu sensibilisieren, geht Swiss Olympic auf Sendung. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Radio DRS 1 werden am Dienstag, 2. September 2008 drei Sendungen zum Thema sexuelle Übergriffe ausgestrahlt. Am Vormittag, um 11.10 Uhr erhalten Zuhörerinnen und Zuhörer im «Ratgeber» auf DRS 1 wichtige Informationen zum Thema sexuelle Übergriffe. Am Abend dann folgen ebenfalls auf DRS 1 die Sendungen «DRS Pirando» um 19 Uhr für Jugendliche und «Doppelpunkt Forum» ab 20 Uhr. Die Sendungen können auf www.drs1.ch auch als Podcast gehört werden.

Hier können Inserate für Verbandsmagazine und Websites heruntergeladen werden.

Acht Massnahmen zur Verankerung der Prävention im Verein

  1. Ethik-Charta in die Statuten integrieren
  2. Richtlinien und Verhaltensregeln definieren
  3. Trainer und Leiter über Richtlinien informieren
  4. Vereinsmitglieder informieren
  5. Bei neuen Trainern Referenzen verlangen
  6. Kontaktperson bestimmen
  7. Bei Vorfällen Interventionskonzept anwenden
  8. Controlling: Zielerreichung überprüfen

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